Home Allgemein Der Bier-Sommer in Deutschland

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Biergarten

Die Tradition des Biergartens

Eine beliebte deutsche Tradition im Sommer ist zweifelsohne der Besuch eines Biergartens. Denn wer liebt es nicht – in der prallen Sommersonne ein kühles Bier oder Radler zu genießen und gemütlich mit Freunden zusammenzusitzen. Doch die findige Geschäftsidee entstand nicht, weil Bierbrauer die Sonne so sehr lieben und freie Flächen zur Verfügung hatten, sondern erwuchs aus einem ganz anderen Umstand. Wie die Tradition entstanden und gewachsen ist, erfahren Sie im Folgenden.

Der Ursprung

Die Tradition rund um den Biergenuss im Freien entstand in der Vormodernen, genauer gesagt im Jahre 1812.

Seine Wurzeln hat der Biergarten im Ausschank ohne Krugrecht, dem sogenannten Bierkeller-Ausschank. Das Krugrecht umschreibt eine Ordnung oder eine Art Gesetz, die der heutigen Schranklizenz ähnelt und das Recht umschreibt, in einer Gaststätte (sogenannten „Krug“) Bier oder Wein an Gäste auszuschenken.

Dieses Recht wurde früher oft umgangen, indem die Brauer einfach Bier driekt aus ihrem Keller verkauften. Dazu wurde keine Gaststätte benötigt und somit auch keine Lizenz in Form des Krugrechtes gefordert.

Im Jahr 1812 wurde diese Form des Schwarzhandels dann erstmals als Kellerverkauf offiziell im Isarraum in Oberbayern zugelassen und weitetet sich dann auf sämtliche Gebiete, in denen Bier verkauft wurde, aus.

Die Tradition, dass allerlei Speisen selbst in den Biergarten mitgebracht werden dürfen und nicht in der Gaststätte erworben werden müssen, geht auf den Umstand zurück, wie der Kellerverkauf stattgefunden hat. Dabei hielt man sich in der Nähe der Brauerei auf, um den Nachschank garantieren zu können. Wie bei einem Picknick versammelten sich Menschen, saßen unter Schatten spendenden Baum und brachten ihre eigene Essensgrundlage mit.

Aus dieser Tradition entspringt der heutige Brauch, oder auch das Vorrecht, im Biergarten selbst mitgebrachte Speisen zu sich nehmen zu dürfen, auch wenn die betreibende Brauerei selbst Speisen offeriert.

Die Entwicklung vom Keller zum Garten

Die Entwicklung lässt sich ganz einfach erklären und ableiten: Aus den Kellerverkäufen und „lungernden“ Gästen erwuchs ein ganz neues Geschäftskonzept.

Diese Tatsache entging auch den Brauern nicht und diese spezialisierten sich zunehmend auf das wachsende Geschäft der Sommertradition. Sie pflanzten Kastanienbäume, um für den nötigen Schatten zu sorgen. Die Wurzeln dieser Bäume drangen nicht tief und beschädigten daher die Kellerwände der Brauerei nicht, in denen das Bier gelagert und aus denen auch ausgeschenkt wurde.

Nach und nach, unter Abwicklung einiger Restriktionen und Zulassungen, erwuchs die Tradition zu einem richtigen Konzept und aus den gepflanzten Kastanien wurden richtige Gärten.

Allerdings entwickelte sich der Besitz einer Schanklizenz zum Betreiben eines Beigartens zur Pflicht in Deutschland.

1812 hielt die Zulassung Einzug, dass die Brauereien weiter Biergärten betreiben durften, aber keine Speisen außer Brot servieren durften, was auch im heutigen Brauch mündete, dass Besucher ihre eigene Verpflegung mit sich bringen.

Der Biergarten heute

Heute sind Biergärten ein wahrer Magnet für Einheimische und Touristen. Die sommerlichen Abkühlungen sind eine willkommene Abwechslung zum Sitzen in der Gaststätte und bieten im Sommer ein unvergleichliches Gefühl.

Das ausgebaute Geschäftskonzept führte zur Entstehung einiger renommierter Gärten, besonders und vorrangig in Franken und Oberbayern.

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