Home Allgemein Süßes Bier – Die Tradition des Mets

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Das europäische Standard-Getränk im Mittelalter ist das Bier, wenn auch in Klöstern oft in verdünnter Weise anzutreffen, und als alkoholischer Standard wird dem fränkischen Bereich der Wein zugesprochen, doch ein älteres und weit verbreitetes Getränk war das Met, oder auch Honigbräu. Es hat eine weit reichende Tradition und ist ein kleines Wunderwerk der Braukunst, das auch mit wenig Aufwand geschaffen werden kann.

Die Geschichte

Met ist eine alkoholisch gegärte Verbindung aus Honig und Wasser. Teilweise wird dem Gemisch statt Wasser auch ein Fruchtsaft beigesetzt, um einen besonderen Geschmack zu erzeugen. Eine beliebte Saftkomponente ist hierbei die Kirsche. Met was statt Wasser Kirschsaft verwendet, wird oft als Wikingerblut oder Odin‘s Blut bezeichnet, da die rote Farbe an den Saft des Lebens erinnert.

Für den Geschmack ist neben dem Wasser oder Saft auch eine individuelle Mischung an Gewürzen verantwortlich, die dem Gebräu beigefügt wird. Doch entscheidend für die Qualität ist die Wahl der Honigsorte. Ob Waldhonig, Wiesenhonig, Akazienhonig oder Honig aus Raps, die Auswahl ist schier unbegrenzt und führt zu verschiedensten Erscheinungen von Met, in Farbe und vor allem im Geschmack.

Das Wort Met leitet sich übrigens aus dem indogermanischen Medhu ab, was einfach so viel wie „Honig“ bedeutet, da dies die zentrale Komponente des Getränkes ist.

Bereits in den Liedern der Edda werden regelrechte Trinkgelage mit Met beschrieben, der wegen seiner Süße und berauschenden Kraft oft als Göttertrunk dargestellt worden ist. Um den verschiedenen nordischen Göttern zu huldigen, wurde der Trank bei Gelagen und Opferfesten eingesetzt, um den nötigen Respekt zu zollen und mit der Göttlichkeit in Berührung zu kommen.

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Die Zubereitung

Met ist einfach gebraut, braucht aber seine Zeit. Da die Gärung aus Zucker und Hefe erfolgt, die beide in einer wässrigen Lösung miteinander reagieren, ist die Hauptgärung ein langwieriger Prozess, der bis zu 9 Tage in Anspruch nehmen kann, je nach Mischverhältnis von Honig und Wasser.

Während der Gärung sollte die Temperatur des Mets nicht unter 15°C fallen, andernfalls wird die Arbeit der Hefe beeinträchtigt und die Gärung setzt aus.

Der schwierigste Teil ist das Absaugen des Mets. Am besten ohne Hefebakterien mit abzuschöpfen, sollte das Met nach der Hauptgärung von der Hefe getrennt werden, damit die Hefereste nicht im Met verderben. Um das Verderben von Hefe zu verhindern, kann der Honig während der Gärung auch portionsweise und nacheinander hinzugefügt werden, um eine gleichmäßige Gärung zu begünstigen und die Hefebakterien nicht frühzeitig abzutöten.

Der Genuss

Met kann kalt wie warm getrunken werden. Es ist in der Herstellung teurer als Wein oder Bier, da Honig eine wertvolle Ressource ist, weswegen es in der Beliebtheit über die Jahre einbüßen musste.

Der leichte und süße Geschmack jedoch bleibt von anderen Getränken unerreicht, was das Met zu einem Hochgenuss im Sommer macht. Die alkoholische Mischung, die bis zu 20% Alc. enthalten kann, ist außerdem eine beliebte Zugabe zu Nachtischen.

Heute erfreut sich das Met vor allem größter Beliebtheit in der Mittelalterszene und auf entsprechenden Märkten oder Veranstaltungen, da das Getränk eine weitreichend historische Tradition hat und Erwähnung in der Edda findet, wo die Bedeutung des Göttertrunks zentralisiert wird.

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