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Die Kunst Bier zu Brauen hat ebenso Tradition und ist genauso lange her, wie die Tradition des Biertrinkens. Zum gepflegten Umtrunk mit dem Lieblingsgetränk der Deutschen gehören natürlich genauso Regeln dazu, wie zum Bier Brauen. Deshalb ist in Kneipen oder Biergärten das Anstoßen kein unüblicher Anblick sondern eine Gepflogenheit, die ihren Ursprung bereits im Mittelalter hat. Eine andere Eigenart, die des Absetzens nachdem Anstoßen, ist weniger verbreitet – und auch ihr Ursprung ist weniger bekannt.

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Das Anstoßen

Der Mythos und die Geschichte um das Anstoßen mit Biergläsern und -krügen ist leicht und sehr schnell erklärt. Der im Mittelalter entstandene Brauch des gemeinsamen Anstoßens ist ein Vertrauensbeweis gegenüber dem Mittrinker, mit dem man sich den Tisch teilt.

So war es im Mittelalter üblich so heftig mit den Krügen aneinander zu stoßen, dass deren Inhalt auch ins Nachbarglas überschwappte und sich so aus dem eigenen Gefäß in das des Nachbarn ergoss. Genauso hielt es der Nachbar, es handelt sich hierbei also um einen wechselseitigen Austausch eines Teils des Getränks, wenn man so möchte.

Durch das Überschwappen des eigenen Trunks und das Überschwappen Lassen des Getränkes des jeweiligen Gegenüber stellt man sicher, dass jeder von jedem Bier trank, sodass man sicher gehen konnte, dass das eigene Getränk nicht vergiftet worden war, da der Nachbar ja selbiges auch in seinem Krug – zumindest im Minimalanteil – wieder fand und selbst zu sich nahm. Dadurch konnte ganz einfach das Vertrauen bestätigt werden, das am Tisch sowieso erwartet wurde.

Der Brauch des Anstoßens ist heute in dieser „heftigen“ Form natürlich nicht mehr anzutreffen und unterliegt heute mehr den Gepflogenheiten des einfachen Zuprostens. Statt einem Vertrauensbeweis ist das Anstoßen heute eher eine höfliche Geste, die sich aber seit dem Mittelalter in allen Gesellschaftsschichten und mit beinahe jedem Getränk etabliert hat.

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Das Absetzen

Manchmal, zwar nicht in der Häufigkeit des Anstoßens, aber doch vorhanden, sieht man vereinzelt Menschen, die nach dem Anstoßen ihr Glas erst auf dem Tisch absetzen, bevor sie daraus trinken.

Dieser Brauch ist weniger verbreitet als das Anstoßen und auch die Herkunft dieser Tradition gilt als weitestgehend ungeklärt, dennoch gibt es mehrere Ansätze und Vermutungen, woher diese Tradition entstammen könnte. Wir haben für Sie einige zusammengetragen und mit etwas Glück ist die eigentliche Bedeutung des Absetzens unter ihnen aufgeführt.

Eine Vermutung geht darauf zurück, dass das Absetzen auf die Trinkreihenfolge im Kloster zurückgeht, bei der der Abt als erster trinken durfte. Das Absetzen sei eine Gewohnheit der Mönche geworden, um vor dem Trinken ein wenig Zeit zu gewinnen, bis der Abt den ersten Schluck getan hatte und man selbst trinken durfte.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass es um das Öffnen eines Bierkruges ging, der mit einem Deckel verschlossen war. Durch das Absetzen war es mit einer Hand möglich, den Deckel zu öffnen, sobald das Gefäß abgesetzt wurde. Auch aus dieser praktischen Tradition könnte sich die Gepflogenheit des Absetzens entwickelt haben.

Die dritte Variante hat ihren Ursprung in Bayern, der Geburtsstätte des Hefeweizens. Im Hefeweizen befinden sich einige Partikel, die sich bei längerer Standzeit unten im Glas absetzen und typisch für das Hefeweizen sind. So könnte die Tradition darauf zurückgehen, dass es in Bayern üblich war, diese Partikel durch das Absetzen im Glas nach unten zu befördern, bevor der erste Schluck genommen wurde, um die Standzeit zu verkürzen.

Ebenso könnte es möglich sein, dass in einer größeren Runde das Anstoßen nicht mit jedem am Tisch Sitzenden möglich war und durch das Absetzen einfach generell mit allen Lokalgästen symbolisch angestoßen wurde, oder zumindest mit den „unerreichbaren“ Nachbarn am Tisch, die einfach außerhalb der Armreichweite lagen.

Denkbar ist auch, dass es sich um eine Tradition von Seefahrern handelt. Diese stießen erst mit ihren Matrosenkollegen an und setzten dann das Glas auf dem Tisch ab, um denen zu Gedenken, die bei der Überfahrt ertrunken und ums Leben gekommen sind. Sozusagen das Anstoßen mit den Kumpeln auf dem Meeresgrund.

Doch neben den praktischen oder gewohnheitsmäßigen Ansätzen finden sich auch weniger freundliche Ansätze, die den Brauch erklären würden. Zum Beispiel könnte das Absetzen auch daher rühren, dass es unhöflich gewesen wäre nicht mit einer Person anzustoßen – besonders innerhalb einer größeren Runde, die einen schönen Abend und gute Stimmung haben möchte. Daher könnte das Absetzen auch das Rückgängigmachen des Anstoßens sein. So hätte man trotzdem mit allen angestoßen, könnte aber zugleich gewissen Personen am Tisch signalisieren, dass man sich des Anstoßens mit ihnen eigentlich entziehen wollte.

Eine andere historische Erklärung wäre eine militärische Geschichte. Oft kam es vor, dass Werber für das Militär in Kneipen mit etwas Handgeld Rekruten linkten und diese in einen Kontrakt lockten. Dies ging so weit, dass sie sogar Münzen in die Biergläser der Angeworbenen warfen und damit das Bier bezahlten, was der Akzeptanz von Handgeld und damit einer Zusage zu ihrem „Jobangebot“ gewesen wäre. Daher konnte man das Glas absetzen und hätte dadurch die Münze im Glas klirren hören, bevor man aus dem Krug trank. So konnte man die Annahme von Handgeld im letzten Moment noch abwenden.

Neben diesen Erklärungen gibt es natürlich noch weitere, doch die wahrscheinlichsten und geläufigsten Möglichkeiten sind nun hier zusammengetragen und vielleicht steckt in jeder ein wenig Wahrheit oder zumindest ein Beitrag, der zu der heute geführten Gepflogenheit des Absetzens beitrug.

Die Sieger des DLG-Tests im Überblick:

Bundesehrenpreis in Gold und “Brauerei des Jahres”
Privatbrauerei Waldhaus, Waldhaus (Baden-Württemberg)

Bundesehrenpreis in Silber
Schlossbrauerei Maxlrain Leo Graf von Hohenthal und Bergen, Tuntenhausen (Bayern)

Die weiteren Bundesehrenpreise, die beim Biertest der DLG in den jeweiligen Bundesländern am besten abgeschnitten haben, finden Sie unter:

Die besten Biere 2013 – der DLG


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16 Tage lang können sich vom 21. September bis zum 6. Oktober 2013 Oktoberfest-Fans und solche, die es werden wollen, auf dem größten Volksfest der Welt amüsieren. Das Oktoberfest beginnt wie in jedem Jahr mit dem berühmten Ausruf “O’zapft is!” des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude beim traditionellen Fassanstich am Samstag, 21. September, 12 Uhr, in der Schottenhamel-Festhalle.

Zur Geschichte des Festes

Seinen Ursprung fand das Oktoberfest anno 1810 in den Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen Ludwig, des späteren König Ludwig I. von Bayern, und der Prinzessin Therese von…

Den vollständigen Artikel finden Sie unter Münchener Oktoberfest.