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Was den Frühjahres-Trunk so besonders macht

Der heutige Biermarkt nutzt jede Marktlücke, die sich ihm bietet, so ist es zum Beispiel beim Weihnachts- oder Winterbier. Tendenziell sind diese dunkler, da sie malziger gebraut werden, doch sie folgen keiner wirklichen Vorgabe oder Tradition.

Auf den ersten Blick klingt das Osterbier ähnlich an, doch hinter dem Osterbier versteckt sich meistens ein Märzen-Bier. Und ebendieses hat Tradition und Geschichte, die heutzutage an Ostern genossen werden kann.

Ursprünglich ist der Märzen alles andere als ein Osterbier gewesen, ganz im Gegenteil: Dieses Bier war nicht für den sofortigen Verzehr bestimmt und sollte erst später im Jahr genossen werden.

Das lag nicht nur an den speziellen Anforderungen, die das Märzenbier an den Brauer stellte, denn es will bei unter 10°C gelagert werden.

Die Tradition des Märzen geht auf das bayerische Dekret von Albrecht V. Zurück, der im Jahre 1535 veranlasste, dass Bier nur zwischen dem 29. September und dem 23. April gebraut werden durfte. Sie fragen sich bestimmt, welchen Sinn diese strikte Anordnung verfolgt? Die Antwort auf diese Frage ist näherliegend, als so mancher zunächst vermuten mag. Es handelt sich nämlich in erster Linie um eine Sicherheitsmaßnahme für alle brauenden Institutionen.

Die erhöhte Brandgefahr, die durch die warmen Sommermonate besonders für Brauereien bestand war Anlass genug, das Bierbrauen in den gefährdeten Monaten zu verbieten.

Damit im Sommer dennoch Bier genossen werden konnte, musste eine Lösung her, die mehr Stammwürze und Alkohol aufwies, damit sie länger haltbar und lagerfähig war, was zum Märzen führte, der ein untergäriges Bier darstellt, welches leicht erhöhte Prozente zu gebräuchlichen Bieren aufweist.

Vor allem die Lagerung in kühlen, mit Eis gefüllten Felsenkellern macht das Bier zu einem ganz besonderen Genuss, der nicht nur einer bestimmten Brau- sondern auch Lagertradition folgt.

Wer heute Märzen trinkt, legt es nicht darauf an, das Bier möglichst lange haltbar zu machen um es dann monatelang zu lagern, sondern möchte ein leichtes Bockbier oder ein starkes Alltagsbier. Deswegen und der Besonderheit geschuldet, dass im März früher besonders viel Bier für die braufreie Zeit hergestellt wurde, prädestinieren das Märzen-Bier heute als Osterbier, da es jahreszeitlich einfach mit dem Oster-Event des Häufigeren zusammenfällt.